Wirtschaftstheorie – Wirtschaftspolitik – Finanzwissenschaft
Adverse Selektion oder Negativauslese ist ein Problem vorvertraglicher Informationsasymmetrie. Es ist anzunehmen, daß eine Marktseite vor dem Vertragsschluß einen Informationsvorsprung. Die andere Makrtseite ist nicht oder nur unter Inkaufnahme großer Anstrengungen in der Lage, diese Informationslücke zu schließen. Der Markt ist mithin intransparent. Bei vollkommener Markttransparanz sind alle Marktteilnehmer gleichmäßig über das Geschehen informiert und [...]
Das Modell der vollständigen Konkurrenz, auf dem eine effiziente Allokation von Ressourcen und Güter beruht, geht von völlständigen Informationen aus, die zudem noch in unendlicher Geschwindkeit fließen. Realistischerweise kann man davon jedoch nicht ausgehen. Tatsächlich sind Informationsdefiziten als ein weiterer Tatbestand des Marktversagens auzulasten. Denn die Beschaffung von Informationen vor und nach Vertragsschluß verursacht Transaktionskosten [...]
Ein Marktversagen kann auch vor Vertragsschluss durch adverse Selektion zustande kommen. Es beruht ebenfalls auf dem Tatbestand der asymmetrischen Information. Die adverse Selektion lässt sich anhand des so genannten Zitronen-Problems beschreiben. Die Anbieter einer Ware sind in der Regel besser informiert über deren Qualitäten und verlangen entsprechende Preise. Die Nachfrager könne dies jedoch nicht hinreichend [...]